Katzenhilfe erhält Zuschüsse aus Niedersächsischem Kastrationsprojekt

Es gehört leider immer noch zum Alltag, dass sowohl die Katzenhilfe als auch die Bürger aus Stadt und Landkreis Nienburg erleben, wie schwierig es ist, bei offensichtlichen Missständen – nicht nur im Tierschutz – Hilfe zu bekommen und überhaupt erst einmal an die richtige Stelle zu gelangen! Wer bis dahin noch nicht aufgegeben hat, scheitert nicht selten dann an Diskussionen um Begrifflichkeiten, Paragrafen, Zuständigkeiten usw. Darum setzen wir uns, die inzwischen durch die §11-Genhmigung als tierheimähnliche Einrichtung gelten (siehe unten), mit zunehmendem Engagement und „Gewicht“ auf behördlicher und politischer Ebene um Zuschüsse, Einführung einer Kastrations- und Registrierungspflicht auf kommunaler und Landesebene ein (siehe unten).

Niedersächsisches Ministerium hat zweimonatiges Kastrationsprojekt gestartet

Bereits 2014 und 2015 hat das für den Tierschutz zuständige Wirtschafts-Ministerium Niedersachsen je 50.000,- Euro freigestellt. Damit wurden landesweit Tierheime und Tierschutzorganisationen, die sich beworben hatten und besonders hohe Kastrationszahlen vorweisen konnten, unterstützt, um aufgrund der daraus gewonnen Ergebnisse ggf. landesweit eine Kastrationspflicht einzuführen. Inzwischen sind erneut 200.000,- Euro bewilligt, die in der Zeit vom 15.01. bis maximal 15.03.2018 an Tierschutzorganisationen gezahlt werden, die sich bewerben und Streuner kastrieren und registrieren lassen.

etwasgrau 2Bundesministerium und Landesministerium ändern gesetzliche Rahmenbedingungen

Neben dem Projekt zur Bezuschussung der Kastrationen und Registrierung herrenloser Streunerkatzen hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium inzwischen auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert bzw. gelockert, die den Gemeinden die Einführung einer jeweils eigenen Verordnung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht freilaufender Hauskatzen (Streuner) einzuführen. Dazu ist der im Tierschutzgesetz (TSchG) verankerte freiwillige § 13b, den jede Landesregierung eigens ratifizieren muss, nun ebenfalls eingeführt. Damit ist die vielzitierte angebliche Kollision einer Kastrationsvereinbarung mit der Gefahrenabwehrverordnung der Kommunen nicht mehr haltbar. Mehr noch, das Landesministerium hat für alle Kommunen und Landkreise Niedersachsens die Anweisung erteilt, nun aufgrund dieser gesetzlichen „Lockerung“ eigene Kastrationsverordnungen zur Eindämmung der wachsenden Katzenschwemme zu erlassen.

Wir haben Zusage zur Bezuschussung erhalten

Auch wir haben inzwischen einen positiven Bescheid auf Unterstützung erhalten und haben uns mehrfach schriftlich zur Einführung einer Katzenschutzverordnung eingesetzt. In Kürze werden darum Anträge auf Einführung einer Kastrationspflicht von uns an alle Gemeinden auf den Weg gebracht (wir werden berichten). Darum bitten wir dringend, dass die Bevölkerung im Landkreis so bald wie möglich jede ihr bekannte Stelle, an denen sich Streuner aufhalten, sogenannte „Hotspots“ oder ihr bekannte Grundstücke mit außerordentlich vielen unkastrierten Katzen uns meldet.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tiere herrenlos oder die „Besitzer“ schlichtweg überfordert sind oder aus anderen Gründen nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln oder Antrieb für eine artgerechte Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung zu sorgen. Da der Zeitraum mit zwei Monaten sehr knapp bemessen ist und bereits begonnen hat, ist Eile geboten. Sollten die Mittel vor Ablauf der Frist erschöpft sein, gibt es keine weiteren Gelder mehr. Darum der dringende Appell: „Bitte werden Sie so schnell wie möglich tätig und melden potentielle Tiere an unsere Kontakte (siehe Kasten!) oder ihren Tierarzt, ihre Gemeinde, dem Veterinäramt, in Form einer Fundtiermeldung (Formulare uns, Tierärzten, Tierheimen, Gemeinden verfügbar) mit der Bitte um Weiterleitung an uns Die Zeit drängt!

inderfalleProjekt soll neuerliche Katzenschwemme und überfüllte Tierheime verhindern

Der Winter ist die Hauptkastrationszeit, denn ab März beginnt zum einen die Brut- und Setzzeit und auch die Paarungszeit bei Katzen. Der Zeitraum ist damit sehr bewusst gewählt worden, um einer neuerlichen Katzenwelpenschwemme, wie z.B. besonders in 2017, vorgebeugt werden. Im Vergleich zu 2008 hat sich der Bestand an Haus- und Streunerkatzen, nach Erhebungen und Hochrechnungen verdoppelt! Wie schnell sich aus einem Wurf der Bestand explosionsartig vermehrt, verdeutlicht die Katzenpyramide eindrucksvoll!

Immer wieder ersticken die Tierheime in den Sommermonaten an überfüllten Zwingern mit teilweise kranken, schwachen und mutterlosen Katzenwelpen. Junge Katzen, die in ihrer Prägephase, die bereits mit sieben Wochen (!) abgeschlossen ist, keinen menschlichen Kontakt erfahren haben, sind zumeist nicht mehr zahm zu bekommen und tolerieren auch keine Haltung in geschlossenen Räumen, also z.B. in einem Tierheim! Dies stößt immer wieder bei den Bürgern auf Unverständnis und wird den Tierheimen zu Unrecht vorgehalten. Eine Haltung in Zwingern kann im schlimmsten Fall für die Tiere zum stressbedingten Tod führen und ist daher aus tierschutzrechtlicher und artgerechter Sicht nicht sinnvoll und wird somit zurecht von seriösen Tierasylen abgelehnt! Auch wir können in Ermangelung von Pflegestellen oder einer Auffangstation mit entsprechenden Freiläufen diesen Tieren leider keine adäquaten Quartiere bieten.

Katzen frühzeitig an Menschen gewöhnen und melden

Dazu frühzeitig/sofort Kontakt zum Tierschutz (Organisationen wie wir oder den Glückskatzen in Rodewald) suchen und Katzen zum Einfangen in Fallen gemeinsam/mit Anleitung anfüttern. Also: Füttern ja, aber richtig! Und immer begleitet mit dem Tierschutz! Egal, wer hilft! Wir danken für Ihre Mitarbeit und hoffen auf gute Resonanz zum Wohl der Katzen. Auch über Helfer würden sich die Tiere sehr freuen – auf ihre Weise. „Wir brauchen SIE!“ Bitte unterstützen Sie die Katzenhilfe!Willi 02 2013

 

 

 

 

 

 

 


Sachkundenachweis bzw. §11-Genehmigung – Was bedeutet das?

Wir haben im Sommer 2017 die sog. „§ 11- Genehmigung“ nach Tierschutzgesetz (TSchG) erhalten. Dazu hat die Vorsitzende den sog. Sachkundenachweis „Katze“ durch Fachprüfung und Fachartikel erfolgreich bestanden. Wir haben damit den Nachweis erbracht, dass fach- und artgerechte Kenntnisse zu Aufzucht, Krankheiten, Pflege, Verhalten, Umgang und Einfangen vorliegen sowie die räumlichen, baulichen und seitens der Ausstattung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, um Tiere ggf. in Pflege zu nehmen und auch eine vollständige Quarantäne einzurichten. Ebenfalls gilt der Amigo e.V. seitdem als tierheimähnliche Einrichtung und ist damit Tierheimen gleichgestellt. So könnten z.B. Pflege- und Übernahmeverträge mit Gemeinden zur Aufnahme von Pflege- oder Vermittlungstieren, auch aus Beschlagnahmungen etc. abgeschlossen werden. Weitere Auskünfte dazu, dem Kastrationsprojekt des Niedersächsischen Ministeriums und anderes erhalten Sie telefonisch unter 0 50 21 – 39 66 oder mobil unter 01 75 – 4 44 08 75. Per E-Mail richten Sie Fragen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über die Homepage www.amigo-tierschutz.de bzw. schriftlich per Post an Amigo e.V., Uhrlaubstraße 14 A, 31582 Nienburg!